Chronik des - CCW e. V.


Viele Geschichten ranken sich um fast vergessene Begebenheiten insbesondere der Gründungszeit und den Anfangsjahren des CCW. 2016 begehen wir gemeinsam mit Euch und Ihnen das 60. Jahr seit Gründung 1956. Anlass genug für einen Rückblick auf diese Zeit mit Erinnerungen an Karnevallisten der ersten Stunden, an Orte die es längst nicht mehr gibt und an Begebenheiten.

Aus der Entstehung und Entwicklung des historischen Carneval Clubs in Waren Müritz - CCW e. V.
Die Anfangsjahre -Ereignisse und Personen (Autor Dietmar Kohse)

Die Anfangsjahre 1956 bis 1975 -Ereignisse und Personen.

1956
- Hans Dreier schneidert ein Kostüm für Prinz und Marketenderin für den Kostümball am Rosenmontag und tritt zu Fastnacht auf. Er nimmt auch damit als Prinz an einem fröhlichen Umzug der Tuchfabrik im Spätherbst 1956 in Malchow teil. Um einen anständigen Regentenstab für den Prinzen zu haben, wurde von einem kleinen zierlichen Tischchen der Mittelfuß abgesägt, neu geschliffen und lackiert. Mit bunten Bändern aus Kunstleder woran Glöckchen und Sterne hingen, ist er nun in dieser Form für ein Jahr immer das Zeichen der Macht für die amtierenden Prinzenpaare.

1957 - Das wohl 1. Jahr-. Die Wirtsleute vom Graichenhof, Werner und Grete Graichen hatten verabredet mit Hans und Margret Dreier nach dem Rosenmontagsball der Tanzschule Michalek am Fastnacht-Dienstag noch einen Fastnachtsball mit Karnevalskostümen ins Leben zu rufen. Margret Dreier war Rheinländerin. Hans Dreier hatte den Karneval auch auf seinen Wanderungen als Geselle kennen gelernt. Ein neuer, schön gedrechselter, zierlicher Regentenstab wurde eingeführt, der diesmal aus einem Stuhlbein eines schönen alten Stuhles gewonnen wurde. Oben und unten schön abgerundet, geschliffen und lackiert, wurde er noch mit dem typischen Kasperkopf, der von einer Hand-Kasperpuppe von Johannes Dreier stammte, versehen. Er wird bis zum heutigen Tage genutzt. Hans als Prinz, Margret als Marketenderin. Anka, deren Eltern im Saal servierten, trägt die Vereinsfahne im Harlekin-Kostüm, das ausgeliehen war von Hans Dreier, voran beim Einmarsch. Ihre Freundin Angret war auch immer dabei. Hans holte sie beide auf die Bühne, auch immer wieder in den nächsten Jahren. Nach über 50 Jahren kam es durch einen Artikel mit einem historischen Bild in der Müritzzeitung zu einem Erinnerungs- Treffen der beiden im Warener Ratskeller mit einigen der langjährigsten Aktiven des CCW. Im einstigen Schuppen wurden somit Jahr für Jahr den Warenern und auch seinen immer zahlreicher werdenden Gästen unvergessliche Erlebnisse beschert.
Einmarsch ist zunächst von der Küche des Restaurants und dann in spätern Jahren von der Winzerstube aus, dort hinter dem Vorhang stand noch ein Eimer zum Pinkeln wenn es wegen der Aufregung kurz vor dem Start ganz plötzlich drückte.
Zu dieser Zeit muss auch der bis heute erhaltene Schlachtruf: "Hol di Fast " entstanden sein. Man saß zusammen: Hans und Margret, Kurt und Annelie Lemberg, Grete und Werner Graichen und suchte nach einem Schlachtruf. Etwa "Waren Alaf", abgekupfert von Köln stand zur Debatte. Der Schlachtruf war Margret vertraut seit Kindheit. Ein Bekannter aus Rostock, der zufällig auch da war, riet zu einem Schlachtruf, der zum Norden passt wie z.B. "Hol di uprecht oder ‚Hol di grad', ähnlich dem "Hol di ran" von Kritzmow bei Rostock. Man entschied sich dann aber zu "Hol di fast", weil sich das gut aussprechen ließ. So wollte man wohl auch beim Karneval, abgeleitet von den Müritzwogen, vielleicht gut durch Sturm und Wogen (evtl. der Begeisterung) kommen. Der Schlachtruf löste aber bei den Warenern zuerst überhaupt keine Begeisterung aus.

1958 - 2. Saison Hans u. Margret Dreier waren wieder als Prinz und Marketenderin an Fastnacht auf der Bühne. Sie suchten aber schon Mitstreiter, zunächst erfolglos, unter den Gästen, die auch immer beim Rosenmontagsball im Graichenhof anzutreffen waren wie Jürgen und Gerdi Holstein, manchmal im legendären Trapperkostüm, Hans Senft, Gerd Boddin, Dieter Busse, Henry Penkala.... Es spielte die Kapelle Eddies/Melodias.

1959 - 3. Saison Hans u. Margret sind wieder allein als Prinz und Marketenderin an Fastnacht auf der Bühne. Sie sprechen aber schon am Rosenmontagsball Jürgen und Gerdi Holstein wieder einmal zum Mitmachen an, die im legendären Kostüm "Noten" auf dem Kostümball sind. Im Herbst 1959 hatte dann Hans Dreier Jürgen und Gerdi Holstein zu einem Gespräch eingeladen. Da sie schon ahnten das sie eine Rolle übernehmen sollten versprachen sie sich noch vor der Tür in die Hand, sich auf nichts einzulassen. Wie wir wissen kam es zum Glück anders und bald standen sie zum ersten mal auf der Bühne. In der Werkstatt Dreier wurde begonnen, die ersten Uniformen für Major/ Marketenderin und 4 Soldaten, zu nähen. Die ersten Soldaten waren Gerd Boddin (geworben von den Holsteins einmal auf dem Weg vom Bahnhof bis zu seinem Zuhause in der Mozartstr.), Hans Senft, Henri Penkala und Dieter Busse.

1960 - 4. Saison Hans und Margret Dreier sind an Fastnacht als Prinz und Prinzessin auf der Bühne. Zum erstenmal: Tanzmajor Major Jürgen und als Marketenderin Gerdi Holstein. Wie viele kleine Goldwässerchen, der damalige Modeschnaps, geholfen haben, die Angst zu überwinden ist nicht überliefert. Gott sei Dank mussten sie noch nichts sagen. Die ersten 4 Soldaten Gerd Boddin, Dieter Busse, Hans Senf und Hans Pekada sind in den Uniformen als "lange Kerls" beim Fastnachtsball dabei. Später kamen weitere lange Kerls hinzu, die brachten wieder Freunde und Freundinnen mit und die Schar der "Verrückten" wuchs. Hans Dreier sprach auch weiter Leute von den Seglern und dem Kirchenkreis an. Es gab einen Anruf bei Gitti Kohse und Angret Strelow, die kamen in Jeanshosen und Arbeitshemden von Jürgen Holstein. Die Kellnerin bediente im Narrenkostüm, außerdem gab es da noch den Kellner Scheel mit den Segelohren. Viele Jahre wurde sich immer hinter der Bühne im Halbdunkel und mang den Vorhängen umgezogen. In diesem Jahr gab es den 1. Orden an das Närrische Volk.

1961 - 5. Saison Prinz und Prinzessin sind wieder Hans und Margret Dreier an Fastnacht und Major/Marketenderin wieder Jürgen und Gerdi Holstein. Soldaten waren Henry Penkala (zum letzten Mal, er ging dann in den Westen), der lange Senft (Hänschen Senf genannt), Gerd Boddin und Dieter Busse. Die ersten echten Kostüme (Notenmann A Franz, Notenfrau Gitti Kohse, Angret Strelow mit Petticoat) erscheinen im Saal. Bis 1962 gab es noch keine eigenen Programme, nur einen kleinen Umzugs-Marsch im Saal , Hans Dreier vorneweg.
Vor der Bühne stand im Saal immer der große Tisch für die Mitglieder des CCW.

1962 - 6. Saison Hans Dreier wird kurzfristig schwer krank. Jürgen und Gerdi Holstein mussten von einen Augenblick auf den anderen als Prinz und Prinzessin auf der Bühne agieren! So standen sie dann am Abend in voller Montur auf der Bühne. Ein guter Tipp von Hans Dreier, der bis heute auch immer noch bei den jungen Prinzenpaaren gültig ist, half ein wenig über die Runden: Wenn du nicht weiter weißt, dann ruf mal wieder " Hol Di Fast!", das passt immer, und fällt nicht auf! Das Prinzenpaar stand in einer Holzbütt (ein Holzfass mit einem Einstieg auf der Rückseite). Uwe und Helga Rhode, die eigentlich nur zusammen mit den Holsteins zum Fastnachtsball gehen wollten, wurden kurzerhand in die Uniformen Major/Marketenderin gesteckt. Einmarsch mit Kapelle Eddies (im Schlafanzug) vorneweg. Die 4 Soldaten sind jetzt Stolzenburg, Dieter Maas, Gerd Boddin. Dieter Busse setzte als Soldat aus, weil seine Frau Rita schwanger war. Werner Graichen und Kurt Lemberg setzen sich selbstgeschneiderte Mützen auf, sie sind die ersten, woraus sich der Elferrat mit seinen Ministern entwickeln wird.

1963 - 7. Saison Prinz und Prinzessin waren Jürgen und Gerdi Holstein , Major/ Marketenderin waren Uwe und Helga Rhode. Schon 8 Soldaten gab es: Senft, Busse, Boddin, D. Maas, H. Maas, Stolzenburg, Longino und H. Meier. Sonst alles wie immer an Fastnacht. Im Publikum tauchen immer mehr schöne selbstgeschneiderte Kostüme auf. Es ist ja traditionell ein Kostümball mit Prämierung. Viele anwesende Segler sind einfallsreich kostümiert. Die erste Einlage die erstmalig am Rosenmontag gezeigt wurde, heißt "Charleston" (mit Gerdi und Jürgen Holstein, Gitti Kohse, Angret Strelow, R. Martinek und K. Rombach. Die Prinzessin muss sich um ihr Kleid selbst kümmern, aber bekommt einen schönen Umhang mit einer Einfassung von weißen Federn, später umrandet mit weißem Pelz der dann schon zum Saisonstart am 11.11.1963 getragen wurde. Zur Saisoneröffnung am 11.11.1963 wurde in der Wohnung Dreier der erste Elferrat gegründet: Mitglieder waren: Werner Graichen, Werner Ahrent, Eberhard Klein, Kurt Niemann, Gerhard Becker, Dieter Schulz, Jürgen Holstein, Anngret Strelow, Helmfried Budzinski, Kurt Lemberg (Taxi-Gauger für Transporte). Der männliche Teil hat einen schweren, wollenen schwarzen Frack (die Dame trägt schwarzes Kleid) der bis heute(!) von einigen getragen wird, und sie dürfen sich Minister nennen.

1964 - 8. Saison Prinz und Prinzessin Jürgen der 1. und Gitti die 1. (Jürgen Holstein und Gitti Kohse). Major und Marketenderin waren Uwe Rohde und Hanni Niemann (die schon schwanger war). Die 8 Soldaten waren: Longino, Heiner Meier, Manfred Niemann, Stolzenburg, Gerd Boddin, Horst Falkenberg, Peter Blum sowie D. Maas und H. Maas. Es wurde Rosenmontag und Fastnachtsball gefeiert. Die Kostüme werden besser (Dieter Schulz z.B. als Sträfling Nr.1111) Es spielte immer die Kapelle Eddies. Der erste Kindersoldat Peter Dreier auch mit einem kleineren typischen hohen Gardehut (verziert auch mit Tabakpfeife !!!) marschiert ein. Er ist der erste Fahnenträger bis 1969. Das Prinzenpaar steht weiter in einem Holzfass mit hinterem Einstieg. Für "Vergehen" kann man in eine zweite Bütt (ein ausrangiertes Sauerkrautfass von Schellert )gesteckt werden. Der Schlachtruf "HOL DI FAST" wird jetzt in den bis heute üblichen Grossbuchstaben geschrieben, die 3 Wörter sind jeweils von grünen Girlanden umrundet. Eröffnung der Saison immer am 11.11. Es wie spielt wie immer bis dahin das Eddy Quintett, die Eintrittskarte kostet 2,50 Mark. Die ersten Narrenausweise werden angefertigt, spätere Ausgaben waren sogar mit Passbild. Für 1964 wurde das Thema Seglerball genannt,

1965 - 9. Saison Das 9. Jahr-. Prinz und Prinzessin Kurt der 1. mit neuer, selbstgemachter Kluft und Hanni die 1. Major und Marketenderin waren Uwe Rhode und Gerdi Holstein. Die 8 Soldaten Heiner Meier, Manfred Niemann, Gerd Stolzenburg, Gerhard Boddin, Horst Falkenberg, Peter Blum, Maas sowie Rombach. Das Programm für Rosenmontag lautete: "Indianer". Teile der Programme werden in den späteren Jahren manchmal zum Kostümball am Samstag und zu Fastnacht gezeigt, daraus wird viel später nach Mitte der 80er Jahre die Tradition an allen Karnevalstagen das gleiche Programm zu zeigen. Man trinkt damals: Kömmidjök, (Klarer mit Pfefferminz), Nikolaschka (mit Kaffeepulver auf Zitronenscheibe), Koks( Kognac ,Kaffeebohne und Würfelzucker), Wolkenbruch (dunkle Serenade mit Kaffeesahne), Verkehrsampel (Pefferminzlikör, Klarer, Kirschlikör).
Die Kapelle Eddies spielen wieder. Die Rosenmontags-Eintrittskarte kostet 3,00 Mark, ein Bier 50 Pfg. Das H O L D I F A S T wird schon wieder verbessert, jetzt stehen alle Buchstaben einzeln, wie bis heute üblich. Die neue Fahne mit der dreizipfeligen Narrenkappe und mit der Jahreszahl 1956 in der Mitte und der zweizeiligen Schrift Waren (Müritz) im unteren Drittel wird bis heute immer in Ehren gehalten. Sie hat den Spitznamen "Anngret" erhalten. Minister sind Werner Ahrent, Eberhard Klein, Kurt Niemann, Gerd Becker, Dieter Schulz, Jürgen Holstein, Werner Graichen, Anngret Strehlow, Helmfried Budzinski, Kurt Lemberg (Taxi-Gauger Transporte). Es gab eine erste Sommersitzung im Zelt am Nitschow. Peter Dreier war wieder Kindersoldat.

1966 - 10. Saison Das Prinzenpaar zum 10 jährigen Bestehen des CCW an der Müritz sind wieder Hans und Margret Dreier. Major und Marketenderin sind Uwe Rhode und Gerdi Holstein. Das erste echte Programm für Fastnacht heißt "Der Scheich mit seinem Gefolge". Die ersten farbigen Faschingsbilder in noch leicht blaustichigen Farben tauchen auf, jetzt gibt es auch schon eine Funkentruppe von 4 Mädchen. Hanni Niemann , Brigitte Kohse, .Heidi Meier, Doris Budzinski und auch schon 10 lange Kerls: Heiner Meier, Jürgen Longino, Gerd Stolzenburg, Gerd Boddin, Horst Falkenberg, Dieter Busse, (H. Maas), Klaus Rohr, Hans Senft, Hans Rombach und Uwe Siegmund. Traditionelle Eröffnung für die neue Saison ist immer der 11.11.und das bei Präsident Hans Dreier. Der Rosenmontag, bis dahin nur Kostümball, wird nun auch eine Karnevalsveranstaltung an der Müritz. Später kommt auch der Samstag dazu. (Ehemals Sportler-Maskenball) Die erste echte Karnevalshochzeit findet statt: Die Karnevalisten Dieter und Anni Schulz heirateten. Kennen gelernt hatten sie sich aber zunächst bei einer Frauentagsfeier. Peter Dreier ist wieder Kindersoldat.

1967 - 11. Saison Prinz und Prinzessin ist Eberhard I und Doris I. Major und Marketenderin sind wieder Uwe Rhode und Gerdi Holstein. Nun heißt das Programm: "Spanien Stierkampf". Wieder 4 Funken (für Doris Budzinski kommt Ingrid Longino). Es gibt wieder einen kleinen Ummarsch zur Eröffnung der neuen Saison. Nur mit den Dreispitzen und den Ministermützen geschmückt geht es am 11.11. aber zunächst ganz spontan nur von Kneipe zu Kneipe. Ende dieses Umzugs war dann immer das Haus Langestr.48 bei Hans und Margret Dreier in der Werkstatt, wo dann ess-und trinkbares aufgetischt war, um den Saisonauftakt gebührend zu feiern.(Margret bot meist einen tollen Gulasch an, und Annelie steuerte z.B. selbstgemachten Selleriesalat bei). Das war auch immer die Gelegenheit letzte Festlegungen für die neue Saison zu treffen, Gedanken zum Programm, Hinweise an das Prinzenpaar und vieles was noch zu so großen Veranstaltungen gehört wurde so geklärt. Die Preise waren zum Maskenball 3,10 MDN, Rosenmontag 4,10 MDN, Fastnacht 5,10 MDN.(noch erhaltenes Original Plakat im Traditionsraum). Die Soldaten waren Heiner Meier, Horst Falkenberg, Jürgen Longino, Dieter Busse, Klaus Rohr, Hans Senft, Gerd Stolzenburg. Gerd Boddin, Blum, Kurt Niemann und Klaus Diercks,

1968 - 12. Saison Prinz und Prinzessin ist Dieter I. und Heidi I.. Major und Marketenderin wieder Uwe Rhode und Gerdi Holstein. Weiterhin jedoch nur 4 Funken: Hanni Niemann, Brigitte Kohse, Anni Schulz, Doris Budzinski. 10 Soldaten und 10 Minister. Eines der schönsten Programme: "Alt Berlin" eintrainiert (mit geliehenen Kostümen vom Metropoltheater) von Rainer Bruns. Auch kommt die von der Werkstattgruppe der Soldaten gebaute Kanone zum Einsatz, kann aber noch nicht mit Konfetti schießen, sondern ist nur bei Umzügen im Saal und am 11.11.dabei. In der Bar des Bahnhofshotels trinkt man bei Frau Schmidt Prärieauster, nass oder trocken. Die Truppe wächst beständig weiter, die Veranstaltungen werden sehr gut besucht, der Höhepunkt ist aber noch nicht erreicht.

1969 - 13. Saison Prinz und Prinzessin sind Manfred I. und Angret I. Major und Marketenderin Uwe Rhode und Gerdi Holstein. Das Programm heißt: "Zirkus". Alle Programme werden noch immer nur im Saal gezeigt, die Gäste müssen zusammenrücken, auf der Bühne sitzen die Kapelle ,Elferrat und dazu das Prinzenpaar auf extra hohen, noblen Stühlen. Die Kostüme werden aufwändiger genäht. Gut zu sehen in diesem Programm die 4 Tiger, 2 Pinguine und die schwarzen Rappen. Das Kostüm Kamel mit 2 Kamelen drunter und einem Reiter obenauf wurde noch viele Male nachgenutzt, war noch bis vor einigen Jahren vorhanden, und wurde irgendwann später aussortiert zwischen den 9 Umzügen der Werkstatt sowie dem Fundus und mit allem Sack und Pack in der Geschichte des CCW. Der neue Prinz Manfred I. wird nach seiner Inthronisierung am 11.11.1968 mit der Blaskapelle Melodias zum Bahnhof geführt und reist mit Evi und Achim Bach zusammen wieder in seinen Wohnort Henningsdorf. Schon 8 liebliche Funken :J. Wegner, Anni Schulz, Hanni Niemann, Ingrid Longino, Gitti Kohse , Heidi Meier , Doris Budzinski, Evi Niemann und 11 lange Kerls sind jetzt bei der Truppe. Die Kindergarde besteht aus 6 Funken und 6 Soldaten. Die Müritz-Zeitungs-Beilage der Freien Erde verkündet: "Pro Person werden wegen der großen Nachfrage nur 8 Karten abgegeben , der Kartenverkauf erfolgte von 9-12 Uhr im Graichenhof. Funken die schon einmal Prinzessin waren ,konnten zum Leutnant befördert werden und bekamen eine grüne Uniform und Schulterstücke. Bürgermeister Walter (1969-1977) führte die 1. Schlüssel-Übergabe an den CCW auf dem Markt ein und erschien in schwarzer Robe und Doktorhut. Dafür wurde er von der Partei mächtig gerügt, und durfte Robe und Hut nicht weiter nutzen, die Schlüsselübergabe wurde aber erlaubt. Präsident Hans Dreier ist nun gleich von Anfang auf dem Markt ,dafür wird die Abholung des Bürgermeisters aus dem Rathaus vorgenommen (was ja wie eine zwangsweise Vorführung aussehen soll). Auch der kleine Kneipen- Ummarsch anlässlich des 11.11 bleibt noch bestehen. Die Zeitung MZ bringt auch einen Artikel und ein Foto nur mit 4 Funken.

1970 - 14. Saison Prinz und Prinzessin Hans II und Marianne I.. Major und Marketenderin wie gehabt Uwe Rhode und Gerdi Holstein. Erster Kinderfasching mit einen extra Kinder-Regentenstab. Die ersten Kinderpaare: Peter Dreier und Monika Tiedtke, Major und Marketenderin Lutz Holstein und Ramona Senft. Mit dem Thema einer "Reise um die Welt" wird es international, wobei viele in tiefster DDR -Zeit das gewiss nicht nur auf der Bühne spielen wollten. Am verrückten Klavier Dieter Schulz. Eine große Überraschung: Karnevalsfreunde aus Lübs, die wegen Umbauarbeiten in ihrer Heimspielstätte nicht auftreten können, kommen zu Gast und rollen ein Fässchen des sehr begehrten Lübzer Pils in den Saal. Eine tolle Idee, die dann 2000/2001 noch einmal von den Plauener Karnevalsfreunden aufgenommen wurde. Die Zeitung MZ musste leider schon wieder verkünden: Pro Person werden wegen der großen Nachfrage nur 6 Karten abgegeben. Der Kartenverkauf erfolgte in der G. Hauptmann Allee 6a (Wasserwirtschaft). Verkauf u. a. K. Lemberg, Hans Gohlke. Die Barriere aus behauenen Baumstämmen vor dem Verkaufsraum soll ein wenig Ordnung in die Warteschlange bringen. Um die begehrten Karten zu Beginn des Verkaufs um 8.00 Uhr auch zu erwischen, stellten die ersten sich am Vorabend schon ab etwa 22.00Uhr an. Nach Peter Dreier wird Karl-Heinz Lindow Fahnenträger bis 1985.

1971 - 15. Saison Prinz und Prinzessin sind Dieter I und Doris I. Major und Marketenderin werden Hans Senft und Gerdi Holstein. Das Programm lautetr: "Alt Rom". Kinderpaar sind Peter Dreier und Heike Boddin. Kindermajor ist wieder Lutz Holstein und Marketenderin Ramona Senft. Das Kinderprogramm heißt: "Märchen". Es sind 10 Funken und Soldaten sowie bereits 11 Minister. Die Zeitung MZ muß leider schon wieder verkünden: "Pro Person werden wegen der großen Nachfrage nur 4 Karten abgegeben". Der Verkauf der Faschingskarten erfolgt wieder in der Wasserwirtschaft in der G. Hauptmann Allee 6a. Für den Kinderfasching werden die Karten von 8.00- 12.00 Uhr im Graichenhof verkauft. Fahnenträger Dieter Dworschak. Soldaten sind Hans Rombach, Christian Ahrent, Rudi Kloß, Peter Blum, Jürgen Longino, Peter Karwath, Klaus Diercks, Mahnke, Maas, Hans Senft und Dieter Busse. Leutnant ist Gerd Boddin.
Funken sind Marianne Klein, Evi Niemann, Heidi Meier, Doris Budzinski, Ingrid Longino, Angelika Dreier, Anni Schulz, (Christel Diercks), Hanni Niemann und Brigitte Kohse.
Minister werden gestellt von:Werner Graichen, Kurt Lemberg, Dieter Gareise, Eberhard Klein, Jürgen Holstein, Anngret Strehlow, Kurt Niemann ,Gerd Becker, Helmfried Budzinski und Werner Ahrent.
Zum erstenmal findet das zukünftig traditionelle Eisbeinessen statt. "Fete" Dieter Schulz war dafür zuständig.


1972 - 16. Saison Prinz und Prinzessin sind Klaus I und Ingrid I.. Major und Marketenderin Hans Senft und Gerdi Holstein. Das Kinderpaar ist Ralf und Petra. Das Kinderprogramm lautet: "Märchen". Das Erwachsenen Programm lautet: "Olympiade", sicher schöner als damals in München. Die kleine Tour am 11.11.durch die Gaststätten hört auf. Beim Nachhauseweg am frühen Morgen nach den Veranstaltungen kamen die Besucher und Aktiven an Backstuben vorbei, wo schon für den nächsten Tag gebacken wurde. Die Karnevalisten in Richtung Ost " erbettelten" bei Mühle Köhn frische warme Brötchen, die in der andern in Richtung West bei Lebzin oder Wurst.

1973 - 17. Saison Prinz und Prinzessin waren Werner I. und Erika I. Major und Marketenderin waren Hänschen Senft und Gerdi Holstein. Das Kinderprinzenpaar war Ralf und Liane K. Das Programm lautete "Max und Moritz". Maskenball und Kinderfasching fand in diesem Jahr noch im Schuppen statt. Rosenmontag :Der´Schuppen´ war von der Obrigkeit kurzfristig am Mittag (Anruf 13 Uhr) wegen angeblicher Einsturzgefahr gesperrt worden. Ein äußert treffende Name für das Programm: "Zigeuner" So zog das Prinzenpaar und die Truppe ständig zwischen den beiden improvisierten Auftrittsorten Eisenwerk- Saal und der Schülergaststätte am Friedrich Engelsplatz hin und her. Der Schlachtruf lautete damals bald :"Der Bus kommt", wenn die ganze Truppe in den Bus einsteigen musste um zum anderen Auftritt zu pendeln und den Gästen dort auch das Programm darzubringen. Der guten Stimmung hat es nicht geschadet und es war eine organisatorische Meisterleistung von der Sperrung um 13.oo Uhr bis zum Beginn der Veranstaltung um 19.11 Uhr. alles perfekt umzuplanen. Am 11.11. machte der CCW eine Bootsfahrt nach Röbel , marschierte dort einmal durch´s "Dorf". (Musik hatte man vergessen, nicht mal ein Akkordeon war dabei!) und da niemand Notiz von den Warenern genommen hatte , ging es wieder zurück nach Waren (Müritz). Beim ersten närrischen Preiskegeln wurde Heidi Meier Siegerin.

1974 - 18. Saison Prinz Gerd I. und Prinzessin Renate I .Major und Marketenderin sind wieder Hänschen Senft und Gerdi Holstein. Der Schuppen war noch nicht wieder nutzbar, deshalb gab es kein Maskenball und kein Kinderfasching. Am Samstag gab es einen Gastauftritt in der Stadthalle Neubrandenburg. Dort sehen wir zum erstenmal das närrische Standesamt,welches bis heute beim CCW eine sehr beliebte Tradition geworden ist. Der erste Organisator war Fete Dieter Schulz, die 2 Standesbeamten tragen schwarze Roben und Doktorhüte. Der Rosenmontagsball fand im Rundbau, der Rundgaststätte am Kietz in Waren (Müritz) statt. Teile aus vorherigen Programmen wurden gezeigt, die gerade noch in den engen Räumen machbar waren. Fastnacht fand im Bahnhofshotel statt und als Auftakt für die neue Saison 1975 ging es am 11.11. angeblich mit der Fontane auf große Fahrt, in Wahrheit hatte sich das Schiff wegen starken Nebels nur ganz wenige Meter bewegt und lag auf Reede vor der Steinmole. Der laufende Motor erzeugte die Illusion einer Fahrt, und der Blick aus dem Kajütenfenster war nebelhaft. Neuer Soldat Herchenbach, Erster Funkentanz : rote Funken rechts , in der Mitte Major Hans Senft, dann die blauen Funken links. Figuren: Mühle, Schere und ähnlich bis 1977. Die Kostüme der Gäste werden auch immer aufwändiger. Unvergleichlich war einmal das Kostüm Pittiplatsch von Detlef Kreuzberger, und wie er damit durch den Saal hüpfte.

1975 - 19. Saison Prinz war Dieter II. und Prinzessin Brigitte I. (zum 2. Mal). Das Programm: "Hafenbar" wurde schon wieder im ´Schuppen´ gefeiert. Die ersten Proben zum Männerballett beginnen in der Werkstatt von Hans Dreier. Es nehmen zunächst 5 Männer daran teil. Kostüme nach dem Vorbild französischer Revuen hatte Hans Dreier schon entworfen. Zum erstenmal tritt dann mit einem Can-Can das Männerballett auf, das in allen folgenden Jahren immer zum Schluss des Programms ein Höhepunkt wurde. Die Kür des Prinzenpaares für die folgende Saison, es war die 20., erfolgte in einer öffentlichen Veranstaltung am 11.11. im Müritzring. Das Kinderprinzenpaar war Jens und Elke. Der Einmarsch von der Winzerstube aus nach dem Umbau der Treppe. Die Krone der Prinzessin, obwohl von Jürgen "Bubi" Mull nur aus einer Blechdose gefertigt, wurde uns tatsächlich gestohlen.

Die Bearbeitung weiterer Jahre folgt.